Heilig Blut bei Weinheim

Die Sage vom "Heiligen Blutberg" spricht die Zeit des frühen Christentums in unseren Landen an:

Es geschah um das Jahr 437, als die Hunnen, von ihrem König Attila geführt, in das Land am Rhein drangen. Sie verübten dort viel Raub und Pilgerung, aber auch manche Grausamkeit an den Bekennern des Christentums. So wurden u. a. der Mainzer Bischof Aureus mit seine Schwester, wie auch viele andere Prediger von diesen Barbaren grausam ermordet.
Ein hartes Schicksal traf besonders die Gegend zwischen dem Jovisberg (Donnersberg) und dem Selzbach.
So wurden auf der Weinheimer Höhe mehrere Apostel des christlichen Glaubens auf grausame Art hingerichtet. Danach zogen die Hunnen in die westlichen Landesteilen weiter.
In der Folgezeit, im Jahre 746, ehrte der heilige Bonifatius, der erste Erzbischof von Mainz und ein rühmlicher Apostel Deutschlands, das Gedächtnis jener unglücklichen Märtyrer. Er ließ auf der Richtstätte eine Kapelle erbauen, die er "Zum Heiligen Blut" nannte. Auf sein Geheiß wurde der Ort mit edlen Reben bepflanzt. Dies geschah sowohl zur Erinnerung an das hier vergossene kostbare Blut, als auch, weil er fand, dass die Lage selbst für den Anbau des Weines vortrefflich sei.

Ob es die Kapelle wirklich gegeben hat, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.
Bei der heutigen Kapelle auf dem Heiligen Blutberg, handelt es sich um ein 1887 gebautes Wingertshäuschen, welches auf diese Sage erinnern soll.

Ein Gedicht von Konrad Nies, einem gebbürtiger Alzeyer, das diese Geschichte stimmungsvoll beschreibt, endet mit folgender Strophe:

Und wo dereinst geronnen
Des Bornes rote Flut,
da sammelt heute voll Wonnen
Die Winzer in Butten und Tonnen
der alten "Heiligen Blut".


Hier finden Sie das komplette Gedicht von Konrad Nies