Zeilstück

Die Sandgrube am Zeilstück liegt ca.1 km im Nordwesten von Weinheim. Eine große, inzwischen begrünte Halde bezeichnet die Lage der früheren Sandgruben, die mit Müll und Bauschutt verfüllt wurden.
In dem heute unter Schutz stehenden Geotop ist die unmittelbare Küstensituation aufgeschlossen. An der Basis liegen große, durch Brandung bearbeitete Sandsteinblöcke, die massivem Sandstein an- und aufgelagert sind. Zwischen und über den Blöcken findet sich Meeressand, in dem Austernschalen in wirrer Lagerung angereichert sind. Nach kurzer Entfernung sind einzelne, verbackene Austernbänke ausgebildet, die das Einfallen der Sande zur Bucht hin verdeutlichen. Der Meeressand ist neben den genannten Austern reich an weiteren Muschelschalen, Meeresschnecken, Einzelkorallen und Haizähnen. Zur Zeit des Sandabbaus kamen einige Seekuh-Skelette zum Vorschein.
Über den Austernbänken verflacht sich der Hang. Hier überlagert der sogenannte Schleichsand den Unteren Meeressand. Der Schleichsand zeigt auf Grund seiner Fossilvergesellschaftung allmählichen Zufluss von Süßwasser und somit Brackwasserverhältnisse an. Im Osten des Aufschlusses überlagert eiszeitlicher Löß den Meeressand.
Dieser Aufschluss ist der empfindlichste der Weinheimer Klassiker. Hier war es sogar erforderlich, das Naturdenkmal neben einem Zaun, der nahezu jedes Jahr repariert werden musste, zusätzlich mit „Nato-Draht“ vor der Sammlungswut einiger Zeitgenossen zu schützen.

Historische Aufnahme

Quelle: Festschrift 750 Jahre Alzey

Historische Aufnahme von 1960

Quelle: LGB

- Zeilstück (Nutzung als Kiesgrube)

Historische Aufnahme

Quelle: LGB

Historische Aufnahme

Quelle: LGB

- Zeilstück (Nutzung als Müllkippe)

Historische Aufnahme

Quelle: LGB

heutiger Zustand

Quelle: Dr. Kuhn

heutiger Zustand

Quelle: Dr. Kuhn

- Große Brandungsblöcke an der Basis, darüber Austernschill, Maßstab: Objektivdeckel von Fotoapparat

heutiger Zustand

Quelle: Dr. Kuhn

- Austernschill, Maßstab: Objetivdeckel von Fotoapparat