Neumühle

Der ehemalige, großangelegte Steinbruch liegt etwa 600 m südlich von Weinheim.
Er wurde zur Gewinnung von Naturwerksteinen (Sandsteine aus der Zeit des Rotliegend) betrieben. Diese Partie ist inzwischen mit Bauschutt verfüllt. Erhalten ist die Auflage der Sandsteinpartie mit Küstenablagerungen, die Stillwasserablagerungen überdeckt sind. Den Abschluss bildet Löß als Eiszeitablagerung. In dem derzeit großteils verbuschten Aufschluss sind einige Brandungsblöcke zu sehen, zwischen die Meeressand eingelagert ist. Während des Abbau-Betriebs waren in der 1-2 m dicken Meeressand-Lage Haizähne häufig zu finden. Wie oben schon erwähnt sind von dieser Stelle 28 Hai-Arten und zahlreiche Knochenfische nachgewiesen. Das ehemalige Steinbruchgelände lag im Zeitalter des Oligozän außerhalb der Weinheimer Bucht. Die große Anzahl der Haireste spricht dafür dass dieser Küstenabschnitt dem offenen Meer des Mainzer Beckens ausgesetzt war.
Bisher haben wir in der Umgebung Weinheims nur die küstennahen Ablagerungen kennengelernt. Im Aufschluss bei der Neumühle finden wir über dem Meerssand den sogenannten Rupelton. Er ist benannt nach dem Zeitabschnitt des Rupel, einem Teilbereich des Oligozän. Der Rupelton ist in etwa gleichalt wie der Meeressand. Im Gegensatz zu den Sanden und Geröllen aus dem Flachwasserbereich ist der Rupelton ein sehr feinkörniges Sediment des tieferen Meeres. Die Tatsache, dass über Flachwasserablagerungen Sedimente des tieferen Wassers folgen, spricht dafür, dass sich das Land relativ rasch abgesenkt und dadurch der Meeresspiegel dementsprechend angestiegen ist.

Die Trift bietet derzeit die beste Möglichkeit zu einer Besichtigung, da der Zaun nahe an der Wand geführt ist und Büsche kleingehalten werden. Dagegen ist die Situation am Zeilstück und an der Neumühle ungünstiger, da von außerhalb des Zauns wenig zu sehen ist. Derzeit sind keine offizielle Führungen zu den Naturdenkmälern vorgesehen.
Allerdings bietet die Paläontologischen Abteilung des Museums in Alzey vielfältige Informationen über Fossilien der Weinheimer Naturdenkmäler.

Historische Aufnahme

Quelle: LGB

- Neumühle (Naturdenkmal), Steinbruch, heute weitgehend verfüllt

1997

Quelle: Dr. Kuhn

- Maßstab Hammer (Bildmitte), höherer Abschnitt mit Brandungsblöcken und Meeressand

1999

Quelle: Dr. Kuhn

- Stützmauer, höherer Abschnitt mit Brandungsblöcken und Meeressand

Historische Aufnahme

Quelle: Festschrift 750 Jahre Alzey

Historische Aufnahme

Quelle: Festschrift 750 Jahre Alzey

Historische Aufnahme

Quelle: Familie Marx

Historische Aufnahme

Quelle: Familie Marx

- Gruppenbild Steinmetze

Historische Aufnahme

Quelle: Familie Marx

Historische Aufnahme

Quelle: Familie Marx

Historische Aufnahme

Quelle: Familie Marx